Workshops Freitag, 24. April 2020

08:30 – 10:00 Uhr

Der Workshop richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung oder Pädiater und Hausärzte, die sich mit der Praxis der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen (U2 bis U9) beschäftigen wollen. Auf der Basis der “Kinderrichtlinien” werden die gesetzlichen Vorgaben angesprochen und pragmatische Abläufe der einzelnen Vorsorgen unter den limitierten Bedingungen der täglichen Praxis vorgeschlagen. Die Teilnehmer lernen neben Materialien zur Erfassung z. B. der Sprachentwicklung auch die in der Praxis erforderlichen Screeninguntersuchungen des Sehens und Hörens kennen. Weiterführende praxisrelevante Verfahren werden kurz vorgestellt.

Das Erkennen von Verletzungen bei Kindern als Folge von körperlicher und/oder sexueller Gewalt stellt im klinischen Alltag eine Herausforderung dar und bedarf einer sorgfältigen Herangehensweise. Gerade in diesem sensiblen Bereich der Kindesmisshandlung und des sexuellen Missbrauchs können falsche Diagnosen und fehlende Handlungssicherheit zu schwerwiegenden Folgen für die Kinder und die Familien führen.

Zur Verbesserung der Verdachtsabklärung von Kindesmisshandlung werden verschiedene Verletzungsmuster und erforderliche Orientierungshilfen dargestellt und beispielhaft die Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik erörtert. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen sollen Unterschiede zwischen akzidentellen und nicht-akzidentellen Verletzungen und typische Gewaltspuren und Verletzungsmuster verdeutlicht und so mehr Handlungssicherheit erreicht werden.

Technische Innovationen haben die Diabetestherapie immer weiter verbessert. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen haben Pumpentherapie, kontinuierliche Glukosemessung (CGM) und sensorunterstützte Pumpentherapie (SuP) mittlerweile einen festen Stellenwert und erleichtern oftmals das alltägliche Leben mit Diabetes. Die Insulinpumpe ist inzwischen die Standardtherapie. Erste Modelle mit Teilautomatisierung der Insulintherapie („Closed Loop“) sind verfügbar, trotzdem ist diese Technologie weiterhin Thema in der Forschung.

In unserem Workshop stellen wir die unterschiedlichen Systeme anhand von Fallbeispielen vor und erarbeiten mit Ihnen gemeinsam was hierbei sinnvoll ist.

Gerne dürfen sie auch eigene Fallbeispiele mitbringen, die wir dann gemeinsam diskutieren.

Schmerzen am Bewegungsapparat im Kindes- und Jugendalter sind ein Problem, mit dem der Kinderarzt in seiner täglichen Praxis sehr häufig konfrontiert ist. Dabei gilt es einerseits schwerwiegende Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, andererseits die Diagnostik nicht unnötig invasiv und teuer zu gestalten. Die Kenntnis von Alarmzeichen und typischen Präsentationsformen der infrage kommenden Erkrankungen erleichtert die Differenzierung der zahlreichen und komplexen Diagnosen. Der Workshop soll eine Hilfestellung dazu sein. Klinische Fälle werden präsentiert und diskutiert.

10:30 – 12:00 Uhr

Einnässen ist ein häufiges Thema im kinderärztlichen Alltag. Im Workshop Harninkontinenz – Blasensprechstunde sollen daher auf der Grundlage der aktuellen AWMF-Leitlinie die diagnostischen Möglichkeiten und therapeutischen Ansätze bei Kinder mit Harninkontinenz besprochen werden. Insbesondere auf die Unterscheidung zwischen isolierter nächtlicher Enuresis und den funktionellen Blasenentleerungsstörungen am Tage wird eingegangen. Hierzu wird die Basisdiagnostik, die in der kinderärztlichen Praxis problemlos ohne weitere technische Ausstattung durchführbar ist, ausführlich thematisiert. Anhand mehrerer Fallbeispiele sollen die Behandlungsmöglichkeiten von Medikation bis Urotherapie diskutiert werden. Gerne können auch eigene Fallbeispiele besprochen werden.

Alle Kinder leiden an Infektionen, aber nur wenige haben deshalb einen Immundefekt. Und viele Eltern können es nur schwer ertragen, dass ihre Kinder immer wieder krank werden. Auch sie stellen die Frage nach einem Immundefekt. Wo liegt die richtige Balance zwischen Sorge und Beruhigung? Dieser Workshop gibt Hilfestellung in der schwierigen ärztlichen Aufgabe, den Verdacht auf einen Immundefekt angemessen zu stellen und die richtigen diagnostischen Schritte einzuleiten.

Bewegungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen umfassen eine breites differentialdiagnostisches Spektrum. Es reicht von harmlosen altersgebundenen Normvarianten über funktionelle motorische Störungen bis hin zu ernsten neurodegenerativen Erkrankungen.

Meist gelingt die Zuordnung auf Basis einer problemfokussierten Anamnese und einer sorgfältigen klinisch-neurologischen Untersuchung zusammen mit einer geschulten „Muster-Erkennung“.

Mit Hilfe illustrativer Videoaufnahmen vermittelt der workshop fallbasiert und interaktiv eine systematische und strukturierte Diagnostik bei Bewegungsstörungen. Schwerpunkte bilden dabei Erkrankungen, die behandelbar sind und nicht übersehen werden sollten, sowie Bewegungsstörungen, bei denen auf eine resourcenaufwendige und belastende Diagnostik entbehrlich ist.

Rezidivierende Bauchschmerzen gehören bei Schulkindern und Jugendlichen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen. Die diagnostische Aufarbeitung ist für Ärzte oft ungeliebt, weil bei den meisten Patienten keine organische Ursachen für die Beschwerden vorliegen. Andererseits gibt es viele Patienten mit vermeintlicher Nahrungsunverträglichkeit oder positiven Testbefunden, bei denen die Kausalität für die Bauchschmerzsymptomatik nicht bewiesen ist.

In dem Workshop sollen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Pathogenese funktioneller Beschwerden und des Reizdarmsyndroms, ein rationales Vorgehen bei Kindern mit rezidivierenden Bauchschmerzen und Ansatzpunkte für eine gezielte Therapie gemeinsam mit den Workshop Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert werden.

Hilfe, ein Herzlind – der kinderkardiologische Notfall außerhalb der Kinderkardiologie

Der interaktive Workshop richtet sich an Ärzte, Pflege- und Rettungspersonal jeden Ausbildungsstandes und hat das Ziel, die Angst vor dem kinderkardiologischen Notfall zu nehmen. Nach einer kurzen pathophysiologischen Einführung zu Grundprinzipien der Hämodynamik und der Mechanismen, welche Kinder mit Herzfehlern kritisch krank machen, werden an praktischen Beispielen die klinische Einschätzung sowie die unmittelbar notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung gemeinsam interaktiv erarbeitet. Bei den Fallbeispielen handelt es sich um realistische Szenarien, die täglich in jeder medizinischen Betreuungseinrichtung auftreten können.

08:30 – 15:30 Uhr

Praxisorientierter Hand-on Workshop zum Wiederauffrischen und Vertiefen der Abdomensonografie bei Kindern. Es gibt kurze Vorträge zum systematischen Vorgehen in Anlehnung an die Dokumentationsempfehlungen der DEGUM. Hauptteil werden jeweils Übungen in Kleingruppen am Ultraschallgerät sein.